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Bericht des Remscheider General Anzeiger vom 7.2.2009

Wirtschaft traf auf Wissenschaft

Von Rainer Timm



Podiumsdiskussion mit Wirtschaft und Wissenschaft.
© Foto: J. Körschgen

Hatten die Veranstalter von RUN (Radevormwalder Unternehmer Netzwerk) und hui (Hückeswagener Unternehmer Initiative) anfangs noch Sorgen, ob denn das Interesse groß genug sei, so erwiesen sich alle Bedenken als unberechtigt, als es hieß:

"Wirtschaft fordert Wissenschaft - Wissenschaft fördert Wirtschaft". Das Casino der Firma Pflitsch war mehr als gut besucht und die Organisatoren zufrieden.

An diesem Abend ging es um das Zusammenwirken von Praxis und Theorie, von Betrieben und Hochschulen. Es ging auch um den Studienfonds, den Michael Sallmann, neuer Geschäftsführer der IHK in Gummersbach, kurz und knapp vorstellte. Dabei die Finanzierungsmöglichkeiten (500 Euro Studiengebühren werden übernommen) ansprach. Sallmann: "Im vergangenen Jahr waren 13 Studierende in neun Betrieben nach diesem Modell tätig."

Was folgte, war ein Exkurs über bestehende und mögliche Zusammenarbeiten zwischen Industrie und Uni. Prof, Dr. Christian Averkamp, Dekan der Fachhochschule Köln Campus Gummersbach, sprach von zunehmendem Interesse: "Wir haben 750 neue Anfänger in Gummersbach." Der Campus hat einen guten Namen in der Szene.

Wie die praktische Zusammenarbeit aussieht, das demonstrierte zunächst Gottfried Weibler, IT-Leiter bei der Firma Voss in Wipperfürth. Später erläuterte Dirk Sachsenröder, Geschäftsführer der gleichnamigen Wuppertaler Firma, die Zusammenarbeit mit der Bergischen Uni Wuppertal. Dr. Peter Jonk, Leiter Wissenschaftstransferstelle, und Prof. Dr. Joachim Marzinkowski, Fachabteilung Sicherheitstechnik, sorgten für den theoretischen Unterbau und taten das allgemeinverständlich.

Deutlich wurde im Verlauf des Abends, dass Studenten, die in den Betrieben gearbeitet haben, später große Chancen auf eine Festanstellung haben. Wie sagte Prof. Averkamp: "Wir sitzen alle in einem Boot." Er sprach von rund 790 000 Euro an Drittmitteln für den Campus, die von 13 oder 14 Partnern aufgebracht werden.

Nach Podiumsdiskussion und Gedankenaustausch beim Imbiss dürften auch die Spitzen der Städte (Bürgermeister Uwe Ufer und Bürgermeister Dr. Josef Korsten) darüber nachdenken, in welcher Form sie sich am Transfer beteiligen können, oder wie sie Impulse geben können. Im Hinterkopf sollten alle den Satz von Gastgeber Harald Pflitsch zur Begrüßung haben: "Nehmen Sie externen Rat an!"