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Bericht der Bergischen Morgenpost zur Veranstaltung am 5. Juni 08

Vom Kunden auf dem „leeren Stuhl“

VON ANTJE DAHLHAUS
Bericht aus der Bergischen Morgenpost

Torben Bayer, seit 2008 Leiter Marketingkommunikation, und Gerhard Nowak, Inhaber einer Marketingagentur für Sport, referierten am Donnerstagabend bei RUN. BM-Foto: Nico Hertgen




Das Radevormwalder Unternehmer-Netzwerk (RUN), in dem mehr als 150 Unternehmen der Stadt registriert sind, beschäftigte sich am Donnerstagabend mit dem Thema „Werbung“. Begrüßt wurden 100 Gäste bei Gira im Kasino an der Dahlienstraße.

Eine Frau kommt an einen Marktstand und möchte Äpfel kaufen. Der freundliche Markthändler entpuppt sich als Sprachautomat, der immer nur „Banane“ versteht. Mit einem unterhaltsamen Videoclip zeigte Gerhard Nowak rund 100 Teilnehmern der RUN-Veranstaltung bei Gira verfehlte Marketingstrategien auf und warb für ein verändertes Denken.

Es gehe keinesfalls darum, den eigenen Kopf durchzusetzen, sondern in den des Kunden zu schauen. „Es gibt Firmen, die stellen bei Konferenzen einen leeren Stuhl mit an den Tisch“, sagte er. Dort sitzt der virtuelle Kunde – um den es schließlich geht. Im Idealfall gebe es den 1:1-Kontakt zum Kunden nach dem Ehemodell „bis dass der Tod Euch scheidet“.

Unverzichtbar sind bei Werbung seiner Meinung nach die Medien. „Eine Veranstaltung, die nicht in den Medien war, hat nicht stattgefunden.“ Die eigene Bekanntheit zu fördern sei deshalb unverzichtbar. „Wenn Sie niemand kennt, kauft auch niemand bei ihnen“, sagte Nowak. Dabei müsse jeder für seine Branche herausfinden, womit er sein Image fördern könne. Wenn ein LBS-Vertreter im Garten seines Häuslebauers ein Apfelbäumchen pflanze, sei das eine von vielen Möglichkeiten. 100 Tage im Amt oder der 1000. Kunde könnten Anlass sein für besondere Aktionen. Andere Sparten könnten Mitarbeiter fürs Mitdenken belohnen. Auch Sponsoring sei eine Chance, insbesondere für Kinder- und Jugend-Aktionen. „Rade lebt von denen, die zu Ihnen kommen“, sagte Nowak. Ans Rednerpult trat auch Torben Beyer, zuständig für die Marktkommunikation bei Gira. Er zeigte auf, dass sich das inzwischen auf 900 Mitarbeiter angewachsene Unternehmen vom Schalterhersteller zum Unternehmen für Haustechnik entwickelt hat – neben den anderen Sparten wie Automobilzulieferung und Medizintechnik. Er erläuterte die Werbestrategien von Gira – von Anzeigen in Sonntagszeitungen über Plakataktionen bis hin zu individualisierten Broschüren, auf denen sich die Fachhändler mit Gira präsentieren können.

Zunehmend wichtiger werde aber auch für Radevormwalds größten Arbeitgeber der Kontakt zum Endkunden. Wofür der zu begeistern ist, zeigte Bayer in einer Produktpräsentation auf.

Beteiligung macht Mut

Wieder bei Gira
Es war die 12. Run-Veranstaltung – und die zweite nach dem Auftakt im Kasino von Gira.
Referent Gerhard Nowak ist Inhaber einer Marketing-Agentur in Köln und hat zwischenzeitlich auch als Journalist gearbeitet.
Torben Bayer startete 1996 seine Ausbildung bei Gira und ist nach einem Studium von Marketing und Ökonomie seit Anfang 2008 bei Gira für die Marktkommunikation zuständig.

„Die aktuelle Teilnehmerzahl gibt uns den Mut, weiter zu machen“, stellte RUN-Mitorganisator Michael Scholz fest, und Wirtschaftsförderer Rainer Meskendahl forderte die Teilnehmer auf, Themenvorschläge für die nächsten RUN-Veranstaltungen zu unterbreiten. Festgehalten wird daran, zwischendurch auch RUN-Stammtische anzubieten. Das alles mache aber nur Sinn, „wenn Sie bei ihrer nächsten Auftragsvergabe überlegen, ob dafür nicht auch ein einheimischer Betrieb in Frage kommt“.