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Bericht des Remscheider Generalanzeiger vom 21.04.2012

Klimaschutz im Visier

Von Frank Michalczak

Stammtisch 6.10.2011 Foto © M.Sieber
Hatten viele Informationen für Radevormwalder Unternehmer:
Klima-Experte Andreas Hübner, City-Manager Frank Manfrahs und Baudezernentin Julia Gottlieb

Eigentlich sollten die Vorträge kurz und bündig sein. Schließlich wollte das Rader Unternehmernetzwerk (RUN) in der Sparkasse seinen Mitgliedern noch Gelegenheit geben, Kontakte zu knüpfen oder zu vertiefen. Doch die Referenten hatten am Donnerstagabend so viele Informationen für ihre Zuhörer, dass erst nach zwei Stunden Schnittchen und Getränke gereicht werden konnten.

Vorher erfuhren rund 70 Zuhörer, die zu dem RUN-Treffen gekommen waren, eine ganze Menge über den Verein "City-Management", den Innenstadtumbau und das Klimaschutz-Konzept, das in Rade bis Ende des Jahres erarbeitet wird.

Damit betraut ist Dipl. Ing. Andreas Hübner von der Ingenieurgesellschaft Gertec mit Sitz in Essen. In den kommenden Monaten will er mit seinen Mitarbeitern die Rader für den Klimaschutz begeistern. Und da sei buchstäblich jeder gefragt - vom Hauseigentümer bis hin zum Autofahrer. "Der durchschnittliche Rader zahlt pro Jahr 653 für die Heizung und 574 Euro für den Strom." Dabei gebe es eine Vielzahl von Einsparmöglichkeiten. Allein bei den Altbauten sieht er in der Bergstadt ein theoretisches Investitionsvolumen von 100 Millionen Euro bei der energetischen Sanierung der Häuser. Neue Fenster, eine vernünftige Dachdämmung, moderne Heizungsanlagen - all das seien Möglichkeiten, Energie zu sparen. "850 Handwerker hätten mit all dem ein Jahr lang zu tun."

Hübner schwebt unter anderem vor, dass geschulte Energieberater demnächst Hausbesuche anbieten, um Fragen der Gebäudebesitzer zu beantworten. Aber auch das Thema Mobilität - also das Auto- und Busfahren in der Bergstadt - will er untersuchen. Insgesamt werde das Konzept, das Ende 2012 den Politikern für die Beratungen vorgelegt wird, 60 bis 70 Vorschläge umfassen, wie in Rade künftig der Kohlendioxid-Ausstoß gesenkt werden kann. Und dabei können auch die Unternehmen mitwirken. Hübner stellte dazu Beispiele vor, von der Photo-Voltaig-Anlage auf dem Firmendach bis hin zur hochmodernen Wärmepumpe.

Anschließend nutzte City-Manager Frank Manfrahs die Gelegenheit, sich den Unternehmern vorzustellen und warb um ihre Mitarbeit in dem neuen Verein "Citymanagement", der sich die Belebung der Geschäftswelt zur Aufgabe gemacht hat. Sparkassen-Vorstand Michael Kühl hatte die Zuhörer bereits bei seiner Begrüßung motiviert, Aufbruchstimmung zu verbreiten. Mit Blick auf den Umbau des Stadtkerns warb er um Zuversicht. "Wir könnten ja auch nichts tun, dann gehen noch weitere Geschäfte verloren - und der Niedergang setzt sich fort." Es sei daher gut, dass sich Rade für eine Alternative entschieden habe und buchstäblich für Bewegung und Veränderung sorge. "Denn nur das eröffnet Chancen."