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Bericht des Remscheider Generalanzeigers vom 27.04.2013

Was Chefs von Vögeln lernen können

Von Lea Dommel

VORTRAG Das Rader Unternehmer-Netzwerk beschäftigte sich am Donnerstagabend mit dem Thema "Schwarm-Intelligenz". Zum Thema sprach Professor Gerhard Nowak.
Wer schon mal einen Vogelschwarm in voller Aktion beobachtet hat, mag sich verwundert gefragt haben, wie es die Tiere schaffen, dicht zusammen zu bleiben und dabei trotz allem die kühnsten Manöver zu fliegen.

Tag der Praxis













Schwarm-Intelligenz war das Thema, mit dem sich das Rader Unternehmer-Netzwerk RUN beschäftigte.

Foto: Karsten Weidner

Das Stichwort lautet Schwarm-Intelligenz. Wie sich das tierische und instinktive Verhalten auf Unternehmen und ihre Mitarbeiter übertragen lässt, verdeutlichte ein Vortrag von Professor Gerhard Nowak am Donnerstagabend. Organisiert vom Radevormwalder Unternehmer-Netzwerk (RUN) und ausgerichtet von der Firma Gira fand die Thematik großen Zuspruch bei den RUN-nern. Rund 80 Zuhörer hatten sich eingefunden.

"Was Sie hier machen, ist schon Schwarm-Intelligenz", begrüßte der Referent seine Gäste. Kurzweilig und kompetent führte Nowak durch den Vortrag. Seine Vergleiche von Ameisen, Vögeln und Fischen mit dem Menschen und dessen Schwarm-Aktivität machten es den Gästen leicht, das komplexe Thema auf die eigene Praxis zu übertragen.

Was die Vorgesetzten beachten sollten

Aber wie können Unternehmen und Vorgesetzte ihre Mitarbeiter zu mehr Schwarm-Intelligenz, also zu einer besser vernetzten Arbeit, motivieren und wie können sie letzten Endes davon profitieren? Schnell machte Nowak klar, dass ein Berücksichtigen der Meinungen Vieler bei einem unklaren Problem schneller und nachhaltiger zum Ziel führt, als das Berufen auf eine Einzel-Meinung.

Kommunikation sei dabei das Schlagwort, und das über alle Ebenen hinweg. Ein Mitarbeiter, der ausscheidet, sollte dabei sein Wissen nicht mit in den Ruhestand nehmen: "Das ist nicht schwarm-intelligent." Ein Vorgesetzter müsse offen für positive und negative Rückmeldungen seiner Mitarbeiter sein. Zudem tun verschiedene Abteilungen in einem Unternehmen gut daran, sich gegenseitig zu unterstützen, so dass Verkrustungsprozesse gar nicht erst auftreten können. Solch ein Verhaltenskodex ist allen Schwärmen eigen. Bei einem Vogelschwarm ist dies am ehesten mit dem Flug in V-Formation und dem steten Positionswechsel vergleichbar.

Bezogen auf die Arbeitswelt heißt das: Läuft es intern rund, sind die Mitarbeiter motiviert - was sich wiederum positiv auf die Kunden und das Geschäft auswirke.

"Vernetzen Sie sich und vernetzen Sie Ihr Netzwerk mit anderen."

Prof. Gerhard Nowak

Nowaks Ratschläge, für die anwesenden RUN-ner zielten daher auch auf die Kommunikation untereinander ab: "Vernetzen Sie sich und vernetzen Sie Ihr Netzwerk mit anderen", rief er den anwesenden Unternehmern zu.

Sorge, dabei Konkurrenzsituationen entstehen zu lassen, solle man nicht haben. Vielmehr könnten alle Beteiligten profitieren. Nach dem Vortrag hatten die Zuhörer noch die Chance, sich auszutauschen und auch an Professor Nowak Fragen zu richten. Die Thematik regte zu einigen Diskussionen an und zeigte, dass der Mensch sicherlich noch einiges von der Tierwelt lernen kann.

Demnächst: Ein Tag rund um die Ausbildung

Übrigens: Am 29. Juni findet bereits zum zweiten Mal der Tag der Ausbildung statt, den RUN organisiert. Schüler haben die Möglichkeit sich in den Rader Firmenzentralen über Ausbildungsmöglichkeiten zu informieren. Aber auch für Unternehmen vor Ort ist es in Zeiten des demographischen Wandels wichtig, den Nachwuchs zu fördern und zu kompetenten Fachkräften aufzubauen. Interessierte Unternehmer, die sich an diesem Tag dem Nachwuchs präsentieren wollen, können sich noch bis zum 2. Mai bei Klaus Lüttgenau anmelden (info@luettgenau.de) .