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Bericht des Remscheider Generalanzeigers vom 29.10.2012

Unternehmen warben beim "Tag der Praxis" um Auszubildende

Von Nadja Lehmann

Überall an den Ständen stehen kleine Gruppen. Sie sind im Gespräch, beugen sich über Flyer, hören konzentriert zu. Schließlich geht es ja auch um etwas: um den Werdegang nach der Schulzeit, also um Berufswahl, Ausbildung, Unterricht. "Tag der Praxis" hatte das Radevormwalder Unternehmer-Netzwerk "RUN" seine im kompletten Rader Stadtgebiet angesiedelte Messe getauft. Dreh- und Angelpunkt am Samstag war das Freizeitzentrum "life-ness", aber auch direkt in den Firmenzentralen waren die Besucher willkommen.

Tag der Praxis Tag der Praxis Tag der Praxis

Was ist gut für die Schüler?
Auch Dietmar Paulig, Leiter der Geschwister-Scholl-Schule, informierte sich.

Überall bildeten sich plaudernde Gruppen. Manche Firma hatte ihre Azubis eingesetzt, die von eigenen Erfahrungen berichteten.

Die Industrie- und Handelskammer zu Köln zeigte mit ihrem Stand Präsenz im "life-ness".

"Axel bringt´s": Junges Team sucht jungen Azubi

An Michaela Raum kommt niemand vorbei. Sie steht mitsamt fahrbarem Untersatz gleich am Eingang zur Indoorhalle - und wirbt für "Axel bringt´s". Dahinter steckt Axel Weyrich, der sich mit seinem Lieferservice und seinem Kiosk an der Kreuzung Bahnhofstraße/Westfalenstraße seine eigene Firma aufgebaut hat. Ausgebildet wurde dort von Anfang an. "Wir suchen wieder einen Azubi im Bereich Kauffrau/Kaufmann Einzelhandel", berichtet Michaela Raum. Jung und frisch solle dieser sein ("Wir sind ja selbst ein junges Team"), ehrgeizig und anpassungsfähig. "Und Selbstständigkeit und Mitdenken sind uns auch wichtig."

Das kann Jens Bäumler nur unterstreichen. Er ist Ausbildungsleiter der Firma Bö-La Siebdrucktechnik, die einen Medientechnologen Siebdruck sucht. "Ein Beruf mit Zukunft", sagt Bäumler. Drei Azubis hat das rund 300 Mitarbeiter zählende Unternehmen derzeit in diesem Bereich, verteilt auf alle Lehrjahre. "Da können die älteren Azubis ihr Wissen weitergeben", erklärt Bäumler. "Sie helfen sich gegenseitig." Die jungen Leute "einfach mal machen lassen" - Stichwort Selbstständigkeit - ist Bäumler wichtig.

Immer dasselbe tun? Das wollte Lisa-Marie Zimmermann nicht. Spannend und vielseitig sollte ihr Job sein und deshalb bewarb sich die 20-Jährige bei der Stadtverwaltung. Nun ist sie im ersten Lehrjahr und begeistert: "Es ist unglaublich abwechslungsreich." Dass sie in jeden Fachbereich hineinschnuppert, gehört zur Ausbildung dazu. "Ich war bis jetzt in der Bauverwaltung, das hat mir richtig gut gefallen." Die nächste Station heißt Finanzen.

"Wir bilden nach Bedarf aus", sagt Ausbildungsleiterin Britta Knorz. "Das hat bislang gut funktioniert." Heißt: Die Übernahmechancen für Lisa Marie Zimmermann stehen gut. Und: Man würde gern mal wieder einen männlichen Azubi begrüßen. Die letzten drei Jahre hatten die Frauen das Zepter fest in der Hand...

Mehrere Bewerbungen hatte Nina Fellgiebel geschrieben. Doch dann saß sie beim Bewerbungsgespräch und alles passte: "Da habe ich gesagt, ich will bleiben!" sagt sie mit einem Lachen. Es passt auch nach wie vor zwischen ihr (inzwischen im zweiten Lehrjahr als Kauffrau für Groß- und Außenhandel) und der Firma Emil Holzmann. "Das Team ist super. Man merkt, dass es ein Familienunternehmen ist. Man kümmert sich umeinander", erzählt sie. Die Azubis werden als vollgültige Mitarbeiter behandelt: "Ich mache meine Arbeit ganz selbstständig. Und wir dürfen an allen internen Schulungen teilnehmen. Da wissen die Referenten oft nicht mal, dass wir die Azubis sind." Bei Sorgen und Nöten finde sie Ansprechpartner in der Firma. "Und Fehler dürfen auch mal passieren. Daraus lernt man ja."

Nina Fellgiebel empfiehlt Bewerbern ein Praktikum

Ihre Empfehlung an künftige Bewerber: ein Praktikum. "Da sind ganz kurzfristige Sachen möglich."

Am Stand der Bundesagentur für Arbeit ist Andreas Luntscher gleich in mehreren Bereichen tätig. Zum einen berät er Schulabgänger ganz allgemein, weist Ratlose auf Tests und Praktika hin, um Vorlieben herauszufinden. Zum anderen wirbt er aber auch für die eigenen Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten: "Für 2013 suchen wir einen Fachangestellten für Arbeitsmarktleistungen." Außerdem könne man Student bei der Arbeitsagentur werden - und nebenbei schon verdienen. Sein Rat: "Auf jeden Fall Plan B in der Tasche haben und sich nicht auf eine Sache versteifen."

Das Gesundheitswesen ist ganz schön sexy

Das Gesundheitswesen sei nicht sexy? Solche Meinung lassen Cordula Cramer von Clausbruch und Uwe Benn von der Barmer GEK nicht gelten. "Hinter uns stehen 8,7 Millionen Versicherte", sagt Uwe Benn. "Und im Gesundheitswesen werden rund 200 Milliarden Euro bewegt. Das find´ ich sexy." Cordula Cramer von Clausbruch setzt vor allem auf die kurzen Wege und die Nähe vor Ort, hat ihr Büro an der Grabenstraße. "Wir wollen ein guter Ansprechpartner sein", sagt sie. Zum Sozialversicherungsangestellten kann man sich bei der Barmer GEK ausbilden lassen. "Wir haben schon interessante Gespräche geführt."

Richtig der Bär steppte bei HM Druck & Werbung, das einen Ausbildungsplatz als Werbetechniker und zwei Praktikantenstellen vergibt. Irgendwann hörte Chef Joachim Harbarth auf, die Besucher in der Otto-Hahn-Straße 4 zu zählen...

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Bericht der Bergischen Morgenpost vom 29.10.2012

Tolles Angebot für junge Leute

Von Flora Treiber

Erster "Tag der Praxis":
28 Aussteller und Unternehmen präsentieren sich künftigen Mitarbeitern.
Das Unternehmer-Netzwerk RUN zeigte sich zufrieden.
Bürgerbus pendelte zwischen den vielen Standorten.

Tag der Praxis bei der Firma Aurich Foto © Jürgen Moll
Dr. Christian Koch von der Firma Aurich und Matthias Aurich (rechts) erläutern
am "Tag der Praxis" Ulrike Könze die Funktionsweise einer Webmaschine.

Wer sich für einen Ausbildungs-, Praktikums- oder Arbeitsplatz in und um Radevormwald interessiert, wurde am Samstag beim "Tag der Praxis" mit viel Informationsmaterial und guten Tipps versorgt. Das Radevormwalder Unternehmer-Netzwerk "RUN" organisierte zum ersten Mal in Radevormwald einen solchen Informationstag, an dem 28 Aussteller und Unternehmen teilnahmen. "Wir haben Firmen, die ihr Unternehmen mit einem Messestand im life-ness vorstellen, aber auch viele Firmen, die einen Tag der offenen Tür anbieten für dieses Projekt begeistern können", sagte Rainer Meskendahl von RUN.

Einer der vielen Messestände im life-ness gehörte dem Berufskolleg Hückeswagen, das die Möglichkeit bietet, gleichzeitig Abitur und eine Ausbildung zu machen. Lina Ingrassia nutzt dieses Angebot selber und repräsentierte das Berufskolleg am Samstag. "Es waren schon viele Schüler an unserem Stand, um sich über unser Angebot zu informieren. Besonders gut wird die Möglichkeit des Probeunterrichts angenommen", sagte Ingrassia.

Die Schüler Enes Gün und Fabian Ebbinghaus der Geschwister-Scholl-Schule waren am Samstag allerdings mehr an den Berufen Industriemechaniker und Industriekaufmann interessiert. "Wir machen nächstes Jahr unseren Abschluss und wollen uns jetzt schon mal über gute Ausbildungsplätze informieren", sagte Enes Gün. "Ich finde den Tag der Praxis informativ und sehr hilfreich", ergänzte sein Freund Fabian. Martin Ottenstreuer, Geschäftsführer bei Kreckel und Renzmann, war am Samstag gut auf interessierte Jugendliche vorbereitet. "Bei uns werden Baustoffkaufleute für den Groß- und Außenhandel sowie Fachkräfte für Lagerlogistik ausgebildet."

Um die verschiedenen Berufe und das Unternehmen vorzustellen, hatte der Geschäftsführer ein umfangreiches Präsentations- und Rundgangsprogramm gestaltet. Bis 13 Uhr nutze dieses allerdings niemand. "Der Beruf des Baustoffkaufmanns ist recht unbekannt, vielleicht bleiben die Besucher deswegen aus. Ich hoffe allerdings, die Vorzüge dieses Berufsfeldes im Laufe des Nachmittages noch vorstellen zu können", sagte Ottenstreuer optimistisch.

Die Textilfirma "Gebrüder Aurich GmbH" gehörte auch zu den Unternehmen, die ihre Pforten öffneten. "Wir wollen unseren Besuchern heute an praktischen Beispielen zeigen, was technische Textilien sind und ihnen einen ersten Eindruck von unserer Produktion geben", sagte Vertriebsleiter Christian Koch. Er war mit der Besucherzahl zufrieden. "Am frühen Nachmittag war ein gutes Dutzend hier, um sich mit dem Unternehmen vertraut zu machen. Das ist auch für uns gut, um innerhalb von Rade bekannter zu werden."

Zwischen den vielen Stationen pendelte der Bürgerbus, um möglichst viele Menschen in die Unternehmen zu bringen. "Von den Fahrern der Busse haben wir bezüglich der Besucherzahlen eine positive Rückmeldung bekommen. Ein abschließendes Resümée kann natürlich erst im Laufe der nächsten Wochen gezogen werden", sagte Meskendahl von RUN.