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Bericht des Remscheider General Anzeiger vom 30.10.2008

Gespräche unter Geschäftsleuten

Von Frank Michalczak

"RUN". Diese drei Buchstaben stehen für ein Projekt, das sich seit 2005 in unserer Stadt etabliert. Im "Radevormwalder Unternehmer Netzwerk" kann man sich kennenlernen, Kontakte knüpfen, Projekte entwickeln.




"Run" Unternehmertreffen in der Raiffeisenbank.
© Foto: M. Sieber


Eingeladen sind dazu Vertreter der hiesigen Betriebe, aus Handwerk und Handel. Elf ganz unterschiedliche Veranstaltungen gab es schon.

Am Dienstagabend kam eine weitere hinzu: Die Raiffeisenbank an der Schloßmacherstraße war Gastgeberin eines offenen Treffens, das im betont lockeren Rahmen über die Bühne gehen sollte. Bei Häppchen von Mietkoch Markus Marschner, Pralinen der "Schatzinsel" und einem edlen Tropfen des Weinhandels Beschoner tauschten sich über 100 Besucher aus - und das in schwierigen Zeiten wie RUN-Mitinitiator Michael Scholz von der Sparkasse in seiner Begrüßung erklärte: "Nutzen wir die Krise als Chance", meinte er in Anspielung auf die Turbulenzen in der Weltwirtschaft. Bei allen Problemen gelte es auch für die Rader Unternehmen, sich für die Zukunft richtig aufzustellen. "Denken Sie an den Hit der Höhner®. Wenn nicht jetzt, wann dann . . .

"Neu aufgestellt hat sich bereits die Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) der Stadt Radevormwald. Deren Chef Rainer Meskendahl brachte seine Zuhörer auf den Stand der Dinge - und erinnerte daran, dass sich das städtische Tochterunternehmen im Wandel befinde. 1999 wurde die WFG zunächst gegründet, um möglichst unbürokratisch Grundstücke aus dem neuen städtischen Gewerbegebiet Ost an interessierte Firmenbesitzer zu bringen. "Damit hatte der Stadtrat Teile seiner Befugnisse uns uns abgegeben", erinnerte Meskendahl. Um Gewinne erwirtschaften zu können, wurde 2008 die Struktur des städtischen Tochterunternehmens verändert. Und auch ein Brennpunkt ist hinzugekommen: Zuletzt, so Meskendahl, habe er sich einem ganz anderen Thema verstärkt zuwenden müssen - den wachsenden Leerständen in der Innenstadt.

"Wir sind damit verstärkt in den Januar gegangen, um die Innenstadt für den Handel in der flauen Zeit zu beleben." Rainer Meskendahl über die "Eiszeit" Die WFG wolle bei der Belebung von Kaiserstraße und Marktplatz Impulse setzen. Ein Projekt sei dabei die "Eiszeit", also die Schlittschuhbahn, die ab 11. Dezember für vier Wochen zur Attraktion werden soll.

"Wir sind damit verstärkt in den Januar gegangen, um die Innenstadt für den Handel in der flauen Zeit zu beleben." Froh sei er darüber, dass er mit Michael Langenau und Hartmut Behrensmeier von der Stadtverwaltung Verstärkung in der Wirtschaftförderungsgesellschaft erhalten werde. Zum 1. November wechseln die beiden Kollegen in die WFG, in der Meskendahl bislang als "Einzelkämpfer im Nebenamt" wirkte. Denn eigentlich ist er ja Kämmerer und als städtischer Beigeordneter auch noch stellvertretender Rathaus-Chef.

Es tut sich also was in der Wirtschaftsförderung. Aber auch bei "RUN" soll sich weiter was bewegen. Mitinitiatorin Petra Kampmann forderte die Unternehmer zur aktiven Teilnahme auf. Insgesamt stehen auf ihrer Netzwerk-Liste bereits 166 Firmen mit 250 Einzelpersonen "Wir haben an sie alle Wunschzettel verschickt." Die Resonanz sei allerdings bislang verhalten: "Gerade einmal sechs Rückmeldungen gingen bis jetzt bei uns ein", bedauerte Petra Kampmann.

Ein Wunsch werde sich bei "RUN" aber in jedem Fall im nächsten Jahr erfüllen. Das kommende Treffen am 5. Februar stehe unter dem Motto "Wirtschaft trifft Wissenschaft". Zwei Professoren der Bergischen Universität Wuppertal und vom Campus Gummersbach schauen vorbei, um mit den Unternehmern über die Förderung von Fachkräften zu diskutieren. Dabei soll erkundet werden, was "Wirtschaft und Wissenschaft" voneinander erwarten. Das Ganze werde gemeinsam mit der Hückeswagener Unternehmer Initiative (hui) über die Bühne gehen.